Ratgeber · Tech & Infrastruktur
Vercel, Netlify, Supabase, Wix oder Shopify fürs Nebengewerbe?
Wie du deinen ersten Tech-Stack wählst, ohne dich in Tools, Abos und unnötiger Komplexität zu verlieren.
Warum das wichtig ist
Viele Gründer denken zuerst an Logo, Domain und Instagram. In der Praxis entscheidet aber oft der Tech-Stack, wie schnell du live gehst, wie teuer dein Setup wird und ob du später überhaupt sauber skalieren kannst.
Quellenstand
2026-05-12
Allgemeine Orientierung, keine Rechts-, Steuer-, Versicherungs- oder Finanzberatung.
Der wichtigste Gedanke: nicht jedes Projekt braucht dieselbe Plattform
Ein einfaches Portfolio, ein kleiner Shop, ein AI-Tool und ein wachsender Onlinehandel haben unterschiedliche technische Bedürfnisse. Der Fehler ist oft nicht das falsche Tool, sondern ein Tool zu früh als endgültige Lösung zu behandeln.
Für reine Sichtbarkeit reicht oft ein Website-Builder oder eine statische Seite. Für echte Shop-Prozesse braucht man Warenkorb, Zahlungen, Versand, E-Mail, Rechtstexte und Produktdaten. Für ein AI-Tool oder einen interaktiven Advisor kommen API-Routen, Datenbank, Auth und Telemetry dazu.
Vercel und Netlify für Webprojekte
Vercel ist besonders stark, wenn du mit Next.js arbeitest. Du bekommst Git-basierte Deployments, Preview-URLs, Serverless-Funktionen und eine Umgebung, die sehr gut zu modernen React- und AI-Produkten passt.
Wichtig: Der Vercel Hobby Plan ist nach Vercel-Regeln nur für nicht-kommerzielle persönliche Nutzung gedacht. Wenn dein Nebengewerbe damit Geld verdienen soll, Produkte oder Dienstleistungen bewirbt, Affiliate-Links als Hauptzweck nutzt oder Zahlungen verarbeitet, solltest du den passenden bezahlten Plan prüfen.
Netlify ist ebenfalls ein guter Einstieg für statische Seiten, Frontend-Projekte und viele JAMstack-Setups. Für manche Projekte ist Netlify einfacher, für Next.js-lastige Produkte ist Vercel oft natürlicher.
Kostenlose Pläne sind praktisch zum Testen und Bauen, aber sie sind kein dauerhaftes Geschäftsmodell. Sobald ein Projekt kommerziell wird, echte Nutzer hat oder wichtige Funktionen verarbeitet, solltest du Limits, Nutzungsbedingungen, Datenschutz, Upgrade-Kosten und Backup-Strategie prüfen.
Supabase als Starter-Backend
Supabase ist interessant, wenn du schnell eine Postgres-Datenbank, Auth, Storage oder Edge-Funktionen brauchst. Für Nebenprojekte ist das oft schneller als ein eigenes Backend von null aufzubauen.
Für ein Tool wie Freya ist Supabase besonders nützlich, weil du strukturierte Signale speichern kannst, zum Beispiel Kategorien, Provider-Klicks oder Feedback, ohne komplette Roh-Chats dauerhaft zu speichern.
Sobald echte Nutzerdaten verarbeitet werden, musst du Datenmodell, Datenschutz, Service-Role-Keys und Row-Level-Security ernst nehmen. Supabase weist ausdrücklich darauf hin, dass RLS für Tabellen in exponierten Schemas aktiviert sein sollte und Service Keys nicht im Browser landen dürfen.
Der Free Plan ist gut zum Starten, aber du solltest Limits, Projekt-Pausierung bei Inaktivität, Speicher, Egress und Backup-Themen prüfen, bevor das Projekt produktiv oder kommerziell wichtig wird.
Wix und Shopify für Seiten und Shops
Wix kann für einfache Websites, lokale Dienstleistungen und kleinere Shops sinnvoll sein, besonders wenn du schnell visuell bauen willst und wenig technische Kontrolle brauchst.
Shopify ist stärker, wenn dein Fokus klar auf E-Commerce liegt: Produkte, Bestellungen, Zahlungen, Inventar, Apps, Versand und Skalierung. Dafür entstehen oft zusätzliche Kosten durch Apps, Themes, Zahlungsanbieter und laufende Shop-Abos.
Die praktische Regel: Wenn dein Geschäftsmodell primär Content oder Dienstleistung ist, muss Shopify nicht automatisch die erste Wahl sein. Wenn dein Geschäftsmodell Warenverkauf ist, sollte ein echtes Shopsystem früh geprüft werden.
Eine sinnvolle Start-Checkliste
Bevor du Tools auswählst, schreibe auf, was du wirklich brauchst: Website, Shop, Newsletter, Datenbank, Buchhaltung, CRM, Zahlungsanbieter, Automatisierung und Tracking. Danach entscheidest du, was sofort nötig ist und was nur nice to have wäre.
Wichtig ist auch die Exit-Frage: Kommst du später an deine Inhalte, Kunden, Produktdaten und Bestellungen ran? Ein billiges oder einfaches Tool ist nur gut, wenn du dich damit nicht dauerhaft einsperrst.
Schnelle Checkliste
- Ist dein Projekt eher Website, Shop, Tool, Blog oder Community?
- Brauchst du Zahlungen, Login, Datenbank, API oder nur eine Landingpage?
- Kannst du mit Free-Plan-Limits leben oder ist das Projekt schon kommerziell?
- Kannst du Inhalte, Kunden und Produktdaten später exportieren?
- Hast du Datenschutz, Impressum, Tracking und Auftragsverarbeitung mitgedacht?
Typische Fehler
- Shopify wählen, obwohl man noch gar keinen echten Produktkatalog hat.
- Wix wählen und später merken, dass man sehr spezielle Daten- oder API-Logik braucht.
- Free-Pläne als dauerhaft kostenloses Geschäftsmodell einplanen, obwohl kommerzielle Nutzung, Limits oder Datenschutzanforderungen ein Upgrade nötig machen können.
- Datenbank, API-Keys und Datenschutz erst prüfen, wenn schon echte Nutzer da sind.
- Für jede Aufgabe ein neues Tool abonnieren und dadurch den Überblick verlieren.
Was Freya kann und was nicht
Freya kann
- dein Vorhaben grob in Website, Shop, Tool oder Content-Projekt einordnen
- dir helfen, einen sinnvollen Start-Stack ohne unnötige Komplexität zu wählen
- dir zeigen, welche Tool-Kategorien du wirklich brauchst
Freya kann nicht
- für dich prüfen, ob ein Free Plan rechtlich oder vertraglich für deinen konkreten kommerziellen Einsatz passt
- deine Datenschutz- oder AV-Verträge verbindlich bewerten
- eine technische Architekturprüfung durch Entwickler oder Datenschutzberater ersetzen
Offizielle Quellen
Frag Freya zu diesem Fall
Wenn du deine konkrete Situation beschreibst, sortiert Freya die wichtigsten Fragen und zeigt dir, welche Punkte du als Nächstes prüfen solltest.
Mit Freya klärenWeiterlesen
Impressum fürs Nebengewerbe
Sobald deine Seite geschäftlich ist, braucht die Außendarstellung rechtliche Basis.
Social Selling & Live Selling
Tech-Stack und Vertriebskanal sollten zusammenpassen.
Software & Tools
Dort kann Freya konkrete Anbieter und Tool-Kategorien einordnen.
Buchhaltung
Shop- und Tool-Auswahl beeinflusst später Belege, Rechnungen und Exporte.