Als Kleingewerbe brauchst du keine doppelte Buchführung. Eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht. Dafür brauchst du keine teure Software.
Für die meisten Nebengewerbetreibenden reicht sevdesk oder Lexware Office. Beide kosten zwischen 7 und 22 Euro im Monat, können EÜR, Belege, Rechnungen und UStVA. sevdesk hat einen kostenlosen Einstiegstarif.
Wenn du weniger als drei Rechnungen im Monat schreibst, kommst du mit dem kostenlosen Tarif von sevdesk oder der Gratisversion von Papierkram aus.
Was dein Kleingewerbe wirklich können muss
Bevor du dich durch Vergleichstabellen klickst, eine ehrliche Bestandsaufnahme. Als Kleingewerbetreibender mit EÜR brauchst du genau vier Dinge: Rechnungen schreiben, Belege erfassen, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung am Jahresende erstellen und (falls du keine Kleinunternehmerregelung nutzt) die Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt schicken.
Das wars. Du brauchst keine Bilanz, keine GuV, keine Anlagenbuchhaltung, keine Lohnabrechnung. All das sind Features, die Software-Anbieter gerne in teure Tarife packen. Für ein Nebengewerbe mit fünf bis zwanzig Rechnungen im Monat ist das Geldverschwendung.
Was du dagegen wirklich willst: eine DATEV-Schnittstelle. Nicht weil du sie heute brauchst, sondern weil du sie brauchst, wenn du irgendwann doch einen Steuerberater einschaltest. Per DATEV-Export schickst du deine gesamte Buchhaltung mit einem Klick an die Kanzlei. Ohne diesen Export muss der Steuerberater alles manuell eingeben. Das kostet dich dann richtig Geld.
Die besten Programme im Vergleich
Wir vergleichen hier nur Programme, die für Kleingewerbe und Nebengewerbe relevant sind. Alle sind cloudbasiert, haben eine mobile App und eine DATEV-Schnittstelle. Enterprise-Lösungen und reine Desktop-Programme haben wir bewusst weggelassen.
Vergleich auf einen Blick
| sevdesk | Lexware Office | Papierkram | |
|---|---|---|---|
| Kostenloser Tarif | Ja (3 Rechnungen/Mon.) | Nein (30 Tage Test) | Ja (eingeschränkt) |
| Preis Buchhaltung | Ab 12,90 €/Mon. | Ab 21,90 €/Mon. netto | Ab 8 €/Mon. |
| Mindestlaufzeit | 1 Monat (günstigste: 24 Mon.) | Keine | 1 Monat |
| EÜR | Ja | Ja | Ja |
| UStVA / ELSTER | Ja | Ja | Ja (ab Starter) |
| DATEV-Export | Ja | Ja | Ja (ab Starter) |
| Belegerkennung (KI) | Ja | Ja (sehr gut) | Ja |
| E-Rechnungen | Ja | Ja | Ja |
| Mobile App | iOS & Android | iOS & Android | iOS & Android |
| Online-Banking | 4.000+ Banken | Ja | Ja |
| Zeiterfassung | Nein | Nein | Ja |
| Starker Allrounder | Für-Gründer.de (1,1) | Für-Gründer.de (1,2) | Für-Gründer.de (1,8) |
Quellen: sevdesk.de, lexware.de, papierkram.de, fuer-gruender.de. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand April 2026.
Brauche ich überhaupt eine Software? Reicht nicht Excel?
Theoretisch ja. Praktisch nein. Das Problem ist nicht die Tabelle, sondern die GoBD. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern verlangen, dass Belege unveränderbar und nachvollziehbar aufbewahrt werden. Eine Excel-Datei lässt sich jederzeit ändern. Das ist bei einer Betriebsprüfung ein Problem.
Dazu kommt: Seit Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Ab 2027 wird das Erstellen von E-Rechnungen für die meisten Unternehmen Pflicht. Eine Buchhaltungssoftware löst das automatisch. Mit Excel geht das nicht.
Und dann ist da noch die Zeit. Eine Rechnung in sevdesk erstellen dauert unter zwei Minuten. Belege fotografierst du mit dem Handy und die Software erkennt automatisch, was draufsteht. Die EÜR füllt sich über das Jahr hinweg von alleine. Am Jahresende drückst du auf einen Knopf. Das ist etwas, das mit Excel einfach nicht funktioniert.
Unsere Einschätzung
Für die meisten Kleingewerbetreibenden führt kein Weg an sevdesk oder Lexware Office vorbei. Beide sind ausgereift, werden aktiv weiterentwickelt und haben eine große Community. Der Hauptunterschied: sevdesk hat den kostenlosen Einstieg und die günstigeren Langzeitverträge. Lexware Office hat keine Mindestlaufzeit und die bessere Belegerkennung.
Wenn du gerade erst anfängst und noch nicht weißt, ob dein Nebengewerbe überhaupt Geld abwirft: Starte mit dem kostenlosen Tarif von sevdesk. Drei Rechnungen im Monat reichen für den Anfang. Wenn es mehr wird, kannst du upgraden.
Wenn du bereits weißt, dass du regelmäßig Rechnungen schreibst und viele Belege hast: Nimm Lexware Office L. Du zahlst 21,90 Euro netto im Monat, bist monatlich flexibel und hast alles, was du brauchst.
Häufige Fragen
Brauche ich als Kleingewerbe eine Buchhaltungssoftware?
Gesetzlich vorgeschrieben ist keine bestimmte Software. Du musst aber deine Einnahmen und Ausgaben dokumentieren und am Jahresende eine EÜR erstellen. Das geht theoretisch mit Excel, ist aber fehleranfällig und bei einer Betriebsprüfung problematisch. Eine Buchhaltungssoftware kostet ab ca. 7 Euro im Monat und spart dir im Gegenzug Stunden an Arbeit.
Reicht eine kostenlose Buchhaltungssoftware für ein Nebengewerbe?
Für den Anfang kann eine kostenlose Version reichen. sevdesk bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit bis zu drei Rechnungen pro Monat. Papierkram hat ebenfalls eine Gratisversion. Sobald du regelmäßig Rechnungen schreibst oder deine EÜR automatisch erstellen willst, brauchst du aber einen kostenpflichtigen Tarif.
Kann Buchhaltungssoftware den Steuerberater ersetzen?
Für viele Kleingewerbetreibende ja. Wenn du nur eine einfache EÜR machst und keine komplizierten steuerlichen Sachverhalte hast, kannst du mit einer guten Software deine Buchhaltung und Steuervorbereitung selbst erledigen. Bei komplexeren Fragen ist ein Steuerberater aber weiterhin sinnvoll. Die meisten Programme bieten eine DATEV-Schnittstelle, falls du später doch einen Steuerberater einschalten willst.
Was bedeutet GoBD-konform?
GoBD steht für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern. Vereinfacht: Deine Belege und Buchungen müssen nachvollziehbar, unveränderbar und zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Alle drei Programme in diesem Vergleich sind GoBD-konform. Excel ist es in der Regel nicht.
Was ist eine E-Rechnung und brauche ich das?
Seit Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Ab 2027 wird auch das Erstellen von E-Rechnungen für die meisten Unternehmen Pflicht. Eine E-Rechnung ist ein strukturiertes Datenformat (ZUGFeRD oder XRechnung), das Maschinen automatisch lesen können. Alle drei Programme in diesem Vergleich unterstützen E-Rechnungen.