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Buchhaltungssoftware für Kleingewerbe im Vergleich

Stand: April 2026. Alle Preise zuletzt geprüft am 6. April 2026.

Transparenzhinweis: Die Links in diesem Vergleich führen direkt zu den Anbieter-Websites. Sobald einzelne Partnerschaften als Affiliate-Links eingebunden sind, kennzeichnen wir das transparent direkt am Link. Die Einordnung auf dieser Seite basiert unabhängig davon auf eigener Recherche.
Kurz & knapp

Als Kleingewerbe brauchst du keine doppelte Buchführung. Eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) reicht. Dafür brauchst du keine teure Software.

Für die meisten Nebengewerbetreibenden reicht sevdesk oder Lexware Office. Beide kosten zwischen 7 und 22 Euro im Monat, können EÜR, Belege, Rechnungen und UStVA. sevdesk hat einen kostenlosen Einstiegstarif.

Wenn du weniger als drei Rechnungen im Monat schreibst, kommst du mit dem kostenlosen Tarif von sevdesk oder der Gratisversion von Papierkram aus.

Was dein Kleingewerbe wirklich können muss

Bevor du dich durch Vergleichstabellen klickst, eine ehrliche Bestandsaufnahme. Als Kleingewerbetreibender mit EÜR brauchst du genau vier Dinge: Rechnungen schreiben, Belege erfassen, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung am Jahresende erstellen und (falls du keine Kleinunternehmerregelung nutzt) die Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt schicken.

Das wars. Du brauchst keine Bilanz, keine GuV, keine Anlagenbuchhaltung, keine Lohnabrechnung. All das sind Features, die Software-Anbieter gerne in teure Tarife packen. Für ein Nebengewerbe mit fünf bis zwanzig Rechnungen im Monat ist das Geldverschwendung.

Was du dagegen wirklich willst: eine DATEV-Schnittstelle. Nicht weil du sie heute brauchst, sondern weil du sie brauchst, wenn du irgendwann doch einen Steuerberater einschaltest. Per DATEV-Export schickst du deine gesamte Buchhaltung mit einem Klick an die Kanzlei. Ohne diesen Export muss der Steuerberater alles manuell eingeben. Das kostet dich dann richtig Geld.

Zur Einordnung: Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) gilt, wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro lag und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 100.000 Euro bleibt (Stand 2026). Wenn du die Regelung nutzt, brauchst du keine Umsatzsteuervoranmeldung. Das vereinfacht die Buchhaltung erheblich.

Die besten Programme im Vergleich

Wir vergleichen hier nur Programme, die für Kleingewerbe und Nebengewerbe relevant sind. Alle sind cloudbasiert, haben eine mobile App und eine DATEV-Schnittstelle. Enterprise-Lösungen und reine Desktop-Programme haben wir bewusst weggelassen.

Starker Allrounder
sevdesk
ab 0 €/Monat
Cloud-Buchhaltung aus Deutschland mit breitem Funktionsumfang für Solo-Selbstständige und kleine Unternehmen.
Kostenloser Tarif
Ja, bis 3 Rechnungen/Monat
Rechnungen (Tarif)
Ab 12,90 €/Mon. (monatl. kündbar)
Buchhaltung (Tarif)
Ab 19,90 €/Mon. (24 Mon.: 12,90 €)
EÜR / UStVA
Ja (ab Tarif Buchhaltung)
DATEV-Export
Ja, alle Tarife
Testphase
14 Tage kostenlos, alle Funktionen
Dauerhaft kostenloser Einstiegstarif
Sehr intuitive Oberfläche, auch ohne Buchhaltungskenntnisse
KI-gestützte Belegerkennung per App (Beleg fotografieren, fertig)
E-Rechnungen erstellen und empfangen (seit 2025 Pflicht bei B2B)
Online-Banking-Verknüpfung mit über 4.000 Banken
EÜR und UStVA erst ab dem Tarif Buchhaltung
24-Monats-Vertrag nötig für die günstigsten Preise
Buchhaltung Pro (mit BWA) kostet 34,90 €/Monat
Für wen: Eine starke Allround-Lösung für Kleingewerbe. Der kostenlose Tarif reicht zum Ausprobieren. Für ein Nebengewerbe mit regelmäßigen Rechnungen ist der Tarif Buchhaltung meist die passendere Stufe.
Zu sevdesk
Direktlink zum Anbieter. Preise und Funktionsumfang bitte dort aktuell prüfen.
Stark bei Belegen
Lexware Office
ab 7,90 €/Monat
Cloud-Buchhaltung von Haufe-Lexware mit starkem Fokus auf Belege, Zusammenarbeit mit dem Steuerberater und monatlich kündbaren Paketen.
Paket S (Belege)
7,90 €/Mon. netto
Paket M (Rechnungen)
12,90 €/Mon. netto
Paket L (Buchhaltung)
21,90 €/Mon. netto
EÜR / UStVA
Ja (ab Paket L)
Vertragslaufzeit
Monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit
Testphase
30 Tage kostenlos
Keine Mindestlaufzeit. Monatlich kündbar. Immer.
Hervorragende automatische Belegerkennung
Steuerberater-Zugang für direkte Zusammenarbeit
E-Rechnungen in allen Paketen (ZUGFeRD und XRechnung)
Optionales Lohn-Modul für Minijobber (ab 5,90 €/Mon. extra)
Kein kostenloser Dauertarif
Preise sind netto, MwSt. kommt dazu
Oberfläche wirkt stellenweise etwas altbacken
Für wen: Wer sich nicht auf 24 Monate festlegen will. Besonders stark bei der Belegverarbeitung. Wenn du viele Quittungen hast (Einkäufe, Material, Fahrtkosten), ist Lexware Office die bessere Wahl.
Zu Lexware Office
Direktlink zum Anbieter. Preise und Funktionsumfang bitte dort aktuell prüfen.
Preisfokus
Papierkram
ab 0 €/Monat
Schlanke Cloud-Lösung, besonders beliebt bei Freiberuflern und Dienstleistern mit Projektgeschäft.
Free-Tarif
0 € (eingeschränkt)
Starter-Tarif
Ab 8 €/Mon.
EÜR / DATEV
Ja (ab Starter)
Zeiterfassung
Ja, in allen Tarifen
Projektverwaltung
Ja
Testphase
Dauerhaft kostenloser Free-Tarif
Dauerhaft kostenloser Tarif zum Einstieg
Integrierte Zeiterfassung und Projektverwaltung
Sehr übersichtliche, aufgeräumte Oberfläche
Günstiger Einstieg ab 8 €/Monat
Kleinere Community, weniger bekannt
Kostenloser Tarif stark eingeschränkt (kein DATEV, keine Mahnungen)
Weniger Integrationen als sevdesk oder Lexware
Für wen: Freelancer und Dienstleister, die Projekte und Arbeitszeiten mit der Buchhaltung verknüpfen wollen. Auch gut für alle, die möglichst wenig zahlen möchten.
Zu Papierkram
Direktlink zum Anbieter. Preise und Funktionsumfang bitte dort aktuell prüfen.

Vergleich auf einen Blick

sevdesk Lexware Office Papierkram
Kostenloser Tarif Ja (3 Rechnungen/Mon.) Nein (30 Tage Test) Ja (eingeschränkt)
Preis Buchhaltung Ab 12,90 €/Mon. Ab 21,90 €/Mon. netto Ab 8 €/Mon.
Mindestlaufzeit 1 Monat (günstigste: 24 Mon.) Keine 1 Monat
EÜR Ja Ja Ja
UStVA / ELSTER Ja Ja Ja (ab Starter)
DATEV-Export Ja Ja Ja (ab Starter)
Belegerkennung (KI) Ja Ja (sehr gut) Ja
E-Rechnungen Ja Ja Ja
Mobile App iOS & Android iOS & Android iOS & Android
Online-Banking 4.000+ Banken Ja Ja
Zeiterfassung Nein Nein Ja
Starker Allrounder Für-Gründer.de (1,1) Für-Gründer.de (1,2) Für-Gründer.de (1,8)

Quellen: sevdesk.de, lexware.de, papierkram.de, fuer-gruender.de. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand April 2026.

Brauche ich überhaupt eine Software? Reicht nicht Excel?

Theoretisch ja. Praktisch nein. Das Problem ist nicht die Tabelle, sondern die GoBD. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern verlangen, dass Belege unveränderbar und nachvollziehbar aufbewahrt werden. Eine Excel-Datei lässt sich jederzeit ändern. Das ist bei einer Betriebsprüfung ein Problem.

Dazu kommt: Seit Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Ab 2027 wird das Erstellen von E-Rechnungen für die meisten Unternehmen Pflicht. Eine Buchhaltungssoftware löst das automatisch. Mit Excel geht das nicht.

Und dann ist da noch die Zeit. Eine Rechnung in sevdesk erstellen dauert unter zwei Minuten. Belege fotografierst du mit dem Handy und die Software erkennt automatisch, was draufsteht. Die EÜR füllt sich über das Jahr hinweg von alleine. Am Jahresende drückst du auf einen Knopf. Das ist etwas, das mit Excel einfach nicht funktioniert.

Unsere Einschätzung

Für die meisten Kleingewerbetreibenden führt kein Weg an sevdesk oder Lexware Office vorbei. Beide sind ausgereift, werden aktiv weiterentwickelt und haben eine große Community. Der Hauptunterschied: sevdesk hat den kostenlosen Einstieg und die günstigeren Langzeitverträge. Lexware Office hat keine Mindestlaufzeit und die bessere Belegerkennung.

Wenn du gerade erst anfängst und noch nicht weißt, ob dein Nebengewerbe überhaupt Geld abwirft: Starte mit dem kostenlosen Tarif von sevdesk. Drei Rechnungen im Monat reichen für den Anfang. Wenn es mehr wird, kannst du upgraden.

Wenn du bereits weißt, dass du regelmäßig Rechnungen schreibst und viele Belege hast: Nimm Lexware Office L. Du zahlst 21,90 Euro netto im Monat, bist monatlich flexibel und hast alles, was du brauchst.

Ehrliche Anmerkung: Es gibt weitere gute Programme am Markt. WISO MeinBüro (Note 1,4 bei Für-Gründer.de), BuchhaltungsButler (stark bei Automatisierung), Accountable (speziell für Freelancer) und FastBill (fokussiert auf Rechnungen). Wir haben uns auf drei Anbieter beschränkt, weil ein Vergleich mit zehn Programmen niemandem hilft.

Häufige Fragen

Brauche ich als Kleingewerbe eine Buchhaltungssoftware?

Gesetzlich vorgeschrieben ist keine bestimmte Software. Du musst aber deine Einnahmen und Ausgaben dokumentieren und am Jahresende eine EÜR erstellen. Das geht theoretisch mit Excel, ist aber fehleranfällig und bei einer Betriebsprüfung problematisch. Eine Buchhaltungssoftware kostet ab ca. 7 Euro im Monat und spart dir im Gegenzug Stunden an Arbeit.

Reicht eine kostenlose Buchhaltungssoftware für ein Nebengewerbe?

Für den Anfang kann eine kostenlose Version reichen. sevdesk bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit bis zu drei Rechnungen pro Monat. Papierkram hat ebenfalls eine Gratisversion. Sobald du regelmäßig Rechnungen schreibst oder deine EÜR automatisch erstellen willst, brauchst du aber einen kostenpflichtigen Tarif.

Kann Buchhaltungssoftware den Steuerberater ersetzen?

Für viele Kleingewerbetreibende ja. Wenn du nur eine einfache EÜR machst und keine komplizierten steuerlichen Sachverhalte hast, kannst du mit einer guten Software deine Buchhaltung und Steuervorbereitung selbst erledigen. Bei komplexeren Fragen ist ein Steuerberater aber weiterhin sinnvoll. Die meisten Programme bieten eine DATEV-Schnittstelle, falls du später doch einen Steuerberater einschalten willst.

Was bedeutet GoBD-konform?

GoBD steht für die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern. Vereinfacht: Deine Belege und Buchungen müssen nachvollziehbar, unveränderbar und zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Alle drei Programme in diesem Vergleich sind GoBD-konform. Excel ist es in der Regel nicht.

Was ist eine E-Rechnung und brauche ich das?

Seit Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland elektronische Rechnungen im B2B-Bereich empfangen können. Ab 2027 wird auch das Erstellen von E-Rechnungen für die meisten Unternehmen Pflicht. Eine E-Rechnung ist ein strukturiertes Datenformat (ZUGFeRD oder XRechnung), das Maschinen automatisch lesen können. Alle drei Programme in diesem Vergleich unterstützen E-Rechnungen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Angaben beziehen sich auf den Stand April 2026 und können sich ändern. Für steuerliche Fragen zu deiner individuellen Situation wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.